Zweite Klimafit-Expedition in der Bahnhofsvorstadt
Wie sich Boizenburg kurz-, mittel- und langfristig an die absehbaren Folgen des Klimawandels anpassen könnte, war am 27. Oktober 2023 auch das Thema der „2. Klimafit-Expedition“. Hierzu hatten die KLIMAWERKSTATT und PLATZ-B unter dem Motto „Entsiegeln – Begrünen – Verschatten“ diesmal in die Bahnhofsvorstadt eingeladen.
Nachdem die „1. Klimafit-Expedition“ im September durch die Altstadt geführt hatte, ging es dieses Mal bei leichtem Regen vom Hotel Boizenburger Hof entlang der Bahnhofstraße zum Bahnhofsvorplatz, über den großen Norma-Parkplatz und an der Rudolf-Tarnow- und Fritz-Reuter-Straße zurück zur Weidestraße. Teilnehmende waren mehrere Boizenburger*innen, die beiden Stadtvertreter*innen Christine Dyrba und Udo Behnke, die Klimaanpassungskoordinatorin Julia Gerdsen sowie der Bauhofleiter Steve Kaehler. Im Fokus standen vor allem solche Orte im Eigentum der Stadt Boizenburg/Elbe, die stark versiegelt sind und dadurch eine natürliche Versickerung von Regenwasser verhindern, und ebenso bereits mit Straßenbäumen ausgestattete Orte, wie z. B. die vor etwa neun Jahren sanierte Bahnhofstraße.
Wie bei der ersten Expedition legten die Teilnehmenden ihr Augenmerk vor allem auf die Baumgesundheit, die Lichtraumprofile und Verkehrssicherheit genauso wie auf die Frage nach der Aufenthaltsqualität im Sommer. Wie könnte die Situation der in ihrer Vitalität z.T. sehr geschwächten Bäume verbessert werden? Wie könnte für mehr Verschattung im Sommer gesorgt werden? Und wie könnte zukünftig grundsätzlich das Mikroklima in der Bahnhofstraße und am Bahnhof verbessert werden und damit auch das Wohlbefinden der Passant*innen und Anwohner*innen? Wäre es möglich, weitere Bäume klimaangepasster Arten zu pflanzen?
Aber auch die Auswirkungen von Starkregenereignissen im Bereich des Bahnhofs und darüber hinaus wurden thematisiert. So zeigt die Starkniederschlagsanalyse von 2022 denn auch deutliche Auswirkungen im Bahnhofsbereich auf.
Im weiteren Verlauf stimmten alle Teilnehmenden in der Rudolf-Tarnow-Straße überein, wie wertvoll und positiv insbesondere alte, große Straßenbäume für das städtische Mikroklima sein können. „Die alten Linden hier an der Rudolf-Tarnow-Straße sind nicht nur schön anzusehen, sondern sorgen insbesondere in Hitzesommern für ausreichend Verschattung und Verdunstungskühle. Zudem binden sie Luftschadstoffe und bieten Lebensraum für viele Tierarten. Die Anwohner können diese Vorteile schätzen, obwohl im Herbst durch den Laubfall mehr Arbeit anfällt, so Elke Führer von der KLIMAWERKSTATT. „Insofern haben wir uns auch über die Beteiligung von Einwohnern gefreut, denn diese können mit ihren alltagspraktischen Sichtweisen auf die derzeitige Situation sowie auf Vor- und Nachteile von möglichen Maßnahmen gute Anregungen geben.“
Weitere Klimafit-Expeditionen, z.B. auf der „Siedlung“, sind für 2024 angedacht. Am 20. Februar 2024 soll es zudem eine Auswertung der ersten beiden Begehungen geben. Gemeinsam mit dem Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Bau und Wohnen Leif Hinrichs wollen PLATZ-B und die KLIMAWERKSTATT Möglichkeiten von planerischen Instrumenten und Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf das Handlungsfeld „Anpassung an den Klimawandel“ ausloten. Als eines von fünf Handlungsfeldern wurde es im Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Boizenburg vor gut einem Jahr beschlossen.
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